Und die Pegidioten lachen sich ins Fäustchen

Leute, ich finde es beschämend, dass meine lieben Kollegen von der Nachrichtensparte heute morgen nichts Besseres zu tun hatten, als ihr Nichtwissen über das, was in Sydney passiert, in aufgeregte Meldungen zu pressen. Ich habe selten so unprofessionelle Arbeit erlebt wie in den Frühnachrichten im Bayerischen Rundfunk. Bekannt war lediglich, dass ein einzelner Täter Geiseln genommen hat und das irgendeinen arabischen oder vielleicht islam/ist/ischen Hintergrund haben soll; außerdem waren mehrere Geiseln freigekommen, nur gab es von denen und über sie nullkommanull Infos. (Und bei den Kollegen einen Reflex, ungeachtet der Recherchelage berichten zu müssen.)
Das ist, sorry, erst mal etwas für die Lokalnachrichten in Sydney. Es hat keinerlei globale Relevanz, es sei denn, man will partout die allgegenwärtige Gefahr beschwören, die die Gegenwart von Muslimen in einem christlichen Land angeblich mit sich bringt. Wenn man den Pegidisten (Pegidioten?) und Brandstiftern Rechtfertigungen für ihr Tun liefern und ihnen Zulauf verschaffen will, muss man es genau so anstellen. Eine mediale Deeskalation wäre geboten. Man kann erst mal abwarten, ob etwas Schlimmes passiert oder ob das ein durchgeknallter Einzelgänger ist und ob die örtliche Polizei mit ihm fertig wird. Statt dessen benehmen sich vermeintlich gestandene Nachrichtenleute wie aufgescheuchte Hühner.
Über das, was in Westafrika los ist, habe ich übrigens nichts gehört. Da sind Täter am Werk, die sich mit Geiselnahmen nicht aufhalten, sondern gleich morden. Aber mental ist Nigeria ja weiter weg als Australien.

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