Schnelleres Internet für Kaufering – aber wo wieviel?

Die Zukunft wirft ihre Glasfaserrollen voraus, die Telekom lässt in Kaufering seit einigen Wochen Kabel für schnelleres Internet verlegen. Leider nur bis zu den grauen Kästen am Straßenrand, den Kabelverzweigern. Das ist gemessen am Stand der Technik nur halber Kram, aber immerhin ein Fortschritt gegenüber dem vorsintflutlichen DSL 16. Die Technik, die eingesetzt wird, heißt VDSL und wird bei Bedarf durch so genanntes Vectoring noch mal aufgemotzt – ein Verfahren, das es für Wettbewerber schwieriger und unattraktiver macht, den Verbrauchern ein konkurrenzfähiges Angebotspaket zu schnüren. Es könnte also sein, dass wir künftig weniger Auswahl haben werden. Von 1&1 weiß ich, dass sie ein Paket mit bis zu 100 MBit/s Download und 20 MBit/s Upload planen, während die Telekom beim Upload das Doppelte in Aussicht stellt (also 100/40). M-net hält sich noch bedeckt.

Anbieterwechsel machen keine Freude, aber vielleicht wird es Zeit, zum Ex-Monopolisten zurückzukehren (und sich damit leider an der Rückkehr zu einem Monopolmarkt zu beteiligen).

Weil man den Schritt nicht leichtfertig gehen sollte, habe ich mir mal näher angeschaut, wo überhaupt wieviel Bandbreite ankommen soll. Leider bleibt es trotz der großspurigen Ankündigung der Bundesregierung, bis 2018 gebe es überall in Deutschland mindestens 50 MBit/s, bei „bis zu“-Angeboten. Die Telekom verspricht also, dass eine bestimmte Bandbreite auf keinen Fall ÜBERschritten wird.

Schauen Sie sich einfach mal die Karten an, die ich mir hier auf den Schirm geholt und dann farblich überarbeitet habe.

So ist zum Beispiel die Thorstraße (rot) anscheinend exterritoriales Gebiet: Dort bleibt es bei bis zu 16 MBit/s. In der Iglinger Straße und der Hans-Meier-Straße (blau) muss man sich – obwohl der Hauptverteiler gar nicht weit weg ist – ein Funkmodem für LTE besorgen, um per Festnetz-Handy-Hybrid-Anschluss wenigstens bis zu 50 MBit/s zu bekommen. Der Rest der Siedlung liegt im grünen Bereich, der auf bis zu 100 MBit/s hoffen kann (was faktisch bedeuten kann, dass es dann doch nur 16 sind). Die Dorfbürger hingegen sollen flächendeckend mit mindestens bis zu 100 MBit/s surfen können („mindestens bis zu“ ist kein Lapsus von mir, sondern das sogenannte telekomische Breitbandparadox).

Hier noch mal das Hybrid-Gebiet in groß und original T-Magenta:
Dafür wird ein Eckchen im Dorf (Am Glockenberg, Am Hohlweg und ein Teil der Angerleite) scheinbar mit Fiber to the Home versorgt, maximal 1 Gigabit pro Sekunde zum Herunterladen und ein halbes Gigabit zum Hochladen.

Sollte das zutreffen, werden die Häuser dort massiv im Wert steigen, während der Wohnwert an der Thorstraße derart in den Keller geht, dass die Häuser faktisch so unverkäuflich werden wie ein baufälliger Schuppen in der Ostlausitz.

Vielleicht stimmen aber auch einfach die Daten nicht, und dann sind logischerweise auch die Karten falsch. Genau werden wir es erst erfahren, wenn in etwa drei Monaten (eine Aussage, an der sich in den vergangenen vier Wochen nichts verändert hat) die ersten Leitungen geschaltet sind.

Seien Sie bitte so nett und nutzen Sie die Kommentarfunktion, um mir und den anderen Mitbürgern mitzuteilen, was man wo wirklich geboten bzw. installiert bekommt (Adresse, Bandbreite up/down und DSL-Anbieter). Sie können das auch auf meiner Facebook-Seite hinterlassen (Link rechts in der Randspalte). Bitte vergessen Sie nicht die Angabe, ob es nur eine Zusage ist oder Sie den Anschluss bereits haben und er hält, was Ihnen versprochen wurde.

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