WAZ-Mitarbeiter verzweifelt gesucht

Noch vor ein paar Jahren wollten (fast) alle jungen Leute „was mit Medien machen“ und rannten daher allen denkbaren Redaktionen die Bude ein. Die Westdeutsche Allgemeine hat inzwischen entweder ihren Personalbestand so stark ausgedünnt, dass der Nachschub an Freiwilligen, die billig die Seiten füllen wollen, nicht mehr ausreicht, oder ein Job in der Lokalredaktion ist dermaßen unattraktiv geworden, dass selbst die idealistischsten Schwärmer dieses Ziel aufgegeben haben. Wie auch immer: Die Bottroper Lokalredaktion hat es nötig, ihre Leser bei der Rekrutierung um Hilfe zu bitten. Vielleicht hat ja die eine oder andere treue Altabonnentin einen Enkel, der die Grundanforderung an einen Journalisten erfüllt („beste Rechtschreibkenntnisse“) und bereit ist, seinen Online-Jargon abzulegen und „Inhalte von Terminen“ (a.k.a. Verlautbarungscontent) fortan „exakt und im zeitungstypischen Stil wiederzugeben“. Also in einem Deutsch, in dem man „Sachverhalte kennenlernt“, als seien es Menschen.

Wer sich nicht zutraut, Termine zu besuchen (zum Beispiel, weil er glaubt, man könne nur Menschen an einem Termin besuchen respektive Termine wahrnehmen) sollte natürlich lieber die Griffel davon lassen.

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Eine Antwort auf „WAZ-Mitarbeiter verzweifelt gesucht“

  1. Nun, von einem Honorar steht da nichts. Dann wird es natürlich schwierig.

    Rechtschreibkenntnisse? Seit wann werden die denn im Journalismus erwartet? =:-/

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